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VorsegelTrimmeinrichtungen:1. Vorliekspannung (Fall)Die Vorliekspannung soll bei leichtem Wind nur so stark sein, daß ein Durchhängen des Segels zwischen den Stagreitern verhindert wird. Bei stärkerem Wind ist ein zusätzliches Durchsetzen sinnvoll, um den tiefsten Profilpunkt des Segels weiter nach vorne zu trimmen und das Segel im Achterliek zu öffnen. 2. SchotholepunktDer Schotholepunkt sollte im Bezug auf die Zugrichtung am Unterliek und Achterliek als Grundeinstellung so fixiert werden, daß der Schotzug etwas steiler als die gedachte Winkelsymmetrale am Schothorn wirkt. Ein schmales, hohes Vorsegel tendiert zu einer starken Profilverwindung, d.h. das Segel weht im oberen Bereich stärker aus als eine Genua mit Fußliek. Ein solches Vorsegel benötigt einen Holepunkt welcher vor der beschriebenen Linie der Winkelteilung liegt. Es entsteht auf diese Weise mehr Zug am Achterliek, was eine geringe Profilverwindung zur Folge hat. Bei Starkwind sollte der Holepunkt etwas nach Achtern versetzt werden, damit der Unterlieksbereich etwas flacher wird und der Verwindungswinkel parallel mit dem Großsegel verläuft. Bei Mittel- bis Starkwind und hohem Seegang bzw. "Kabbelsee" wird der Holepunkt etwas nach vorne versetzt, damit durch den volleren unteren Bereich mehr Kraft im Segel erzeugt wird. 3. SchotspannungFür die ständige Kontrolle des Vorsegels während einer Regatta auf Amwindkurs im Hinblick auf eine optimale Düsenwirkung muß bei zu- und abnehmenden Wind eine intensive Kontrolle an der Fockschot (ständiges Fieren und Dichtnehmen) gemacht werden. Von einer guten Düse (Strömungseffekte an der Leeseite des Großsegels, welcher durch das Vorsegel zustande kommt) kann dann gesprochen werden, wenn der Abstand zum Vorsegel-Achterliek, gemessen zur Leeseite des Großsegels, vom Schothorn bis zum Top des Vorsegels eine annähernde Parallelität aufweist. Grossegel:Trimmeinrichtungen:1. Achterstag:Bei leichtem Wind kann auf das Durchsetzten des Achterstages verzichtet werden. D.H. es ist sogar wichtig, das Achterstag nicht zu belasten, um ein gewisses Durchhängen des Vorstags zu ermöglichen, denn auf diese Weise wird das Vorsegel voller und bei leichtem Wind effektvoller. Bei zunehmendem Wind wird das Achterstag kontinuierlich stärker durchgesetzt um ein flacheres und im oberen Bereich offeneres Segel zu erzeugen. 2. Baumniederholer:Auf Raum- und Vorwindkursen ist der Baumniederholer soweit durchzusetzen, daß ein starkes Auswehen des Achterlieks verhindert werden kann. Bei leichtem Wind erübrigt sich daher meistens der Baumniederholer, indem das Eigengewicht des Baumes genug Zug auf das Achterliek hat. Bei starkem Wind auf Vorwindkurs kann relativ viel Niederholerdruck gefahren werden. Bei starkem Wind auf Amwindkurs sollte der Niederholer relativ stark angezogen werden, um bei einem notwendigen "Schrick" in der Großschot (bei zuviel Ruderdruck) ein zu starkes Steigen des Großbaumes zu verhindern. 3. Cunninghamhole:Bis ca. 3 Bft. ist das Durchsetzen des Cunninghamholes nicht notwendig. Parallel zum Großbaum verlaufende Falten sind unbedenklich. Ab ca. 3 Bft. sollte durch Cunninghamspannung ein faltenfreier Stand des Segels erreicht werden. 4. Unterliekstrecker:Bei leichtem Wind soll das Unterliek maximal 2-3 cm innerhalb der Marke gefahren werden. Sobald die Mannschaft voll ausreitet - ca. 3 Beaufort - kann das Segel auf die Marke gesetzt werden. Bei Mittelwind und Welle sollte wieder die Leichtwindposition verwendet werden, um das Segel im unteren Bereich voller und somit "kräfitiger" zu trimmen. Bei Halbwind bis Vorwindkursen wird das Unterliek immer gut gelöst gefahren. 5. Großschottraveller bzw. Drahtdreieck:Bei Leichtwind sollte der Großbaum nahezu mittschiffs gefahren werden - Traveller in Luv bzw. Dreieck Block auf Block. Bei zunehmendem Wind bis Starkwind Traveller mittschiffs bzw. Dreieck 50% dicht geholt. 6. Großschot:Bezüglich Großschotzug ist besonders bei Leicht- bis Mittelwind darauf zu achten, daß die oberste Latte im achterlichen Teil parallel zum Großbaum steht. Bei Welle - ca. 2 Windstärken - ist es oft vorteilhaft die Großschot soweit dicht zu holen, daß die oberste Latte gegenüber dem Großbaum auch leicht schließt. Bei böigen Wind bzw. Starkwind wird mit der Großschotspannung der Runderdruck kontrolliert. Es ist somit ein ständiges Arbeiten mit der Großschot notwendig. Spinnaker:Bezüglich des Trimms für Spinnaker gelten folgende Grundsätze: Der Spinnakerbaum soll immer so weit wie möglich nach Luv getrimmt werden, um die Abdeckung des Spinnakers durch das Großsegel zu minimalisieren. Eine Übertreibung dieser Grundregel könnte allerdings auf spitzen Raumkursen dazu führen, daß der Spinnaker, um ein Einfallen der Luvlieken zu verhindern, zu dicht gefahren wird und zu viel Abwind im Großsegel entsteht. Der Spinnakerbaum muß so hoch gesetzt werden, daß ein Auswehen der Spinnakerschultern (Liekbezeichnung für die obere Hälfte des Spinnakers) erreicht wird. Eine Trimmanweisung kann nur allgemeine Richtlinien für wichtige Einstellungen geben. Bei speziellen Fragen und Wünschen stehen wir bei Regatten und natürlich auch telefonisch zur Verfügung. mit Seglergrüßen Rudi Mayr sowie Ihr Raudaschl-Team
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